7. Der Widerstand

Dass nicht alle mit Hitlers Entscheidungen zufrieden waren, ist verständlich. Im folgenden Text versuche ich unter anderem die Problematik des Widerstandes an Hand der Weißen Rose, einer Studentenverbindung, darzulegen.

Was ein Sympathisant der Weißen Rose sich hätte denken können.



... Wir trafen uns an einem geheimen Ort. Von der Öffentlichkeit abgeschirmt und doch in ihrer Nähe. Das Atelier von Manfred Eickemeyer war der perfekte Platz. Nun wer sind "wir". Wir sind die Weiße Rose. Ein aus einer Studentenverbindung hervorgegangener Bund, gestärkt durch den Willen, der Deportation und schlechten Behandlung von Juden und Regimegegnern ein Ende zu setzen. Berufen auch im Namen Gottes das Elend aufzudecken und es zu beseitigen. Massenermordungen in Polen haben wir lange genug beigewohnt. Wir lassen uns nicht manipulieren. In den Anfängen gegründet 1942 von Hans Scholl sowie deren Kommilitonen Christoph Probst, Alexander Schmorell, und dem Universitätsprofessor Kurt Huber. Lesen und Diskutieren genügen uns nicht mehr. Im Juni 1942 handelten wir. Zwar sind vier Flugblätter nicht viel, doch schon mal ein guter Anfang. Per Post haben wir sie an intellektuelle in ganz München verschickt. Natürlich anonym, denn die Strafe auf "Volksaufhetzung" ist schlimmstenfalls der Tod. Unsere Gruppe wächst nun immer weiter, zwar treten nicht viele auf einmal bei, doch stetig eine kleine Menge. Wie lächerlich ag es dann scheinen, dass Ende Juli unsere Gruppe während der Semesterferien zum Kriegseinsatz an die Ostfront musste. Im Herbst waren wir dann aus Russland zurück und kämpften weiter um das geschätzte Gehör der Bevölkerung. Das nun schon fünfte Flugblatt "Aufruf an alle Deutsche", immerhin mit einer Auflage von 6000 bis 9000, wurde in mehreren süddeutschen und auch einigen österreichischen Städten verteilt. Da kam uns die Niederlage 1943 um Stalingrad gerade richtig. Durch die massiven Verluste auch auf unserer Seite war die Bevölkerung verunsichert. Ein deutlicheres Zeichen gibt es nicht. Es war an der Zeit für das nächste Flugblatt. "Kommilitoninnen! Kommilitonen!". Durch unseren Freund Helmuth von Moltke gelangt es sogar bis nach Skandinavien und England. Hunderttausende davon wurden bis Ende 1943 von britischen Flugzeugen über Deutschland abgeworfen.