6. Die Judenverfolgung: Brief von einem Freund

Im folgenden Brief werden die Ereignisse der Judenverfolgung in Deutschland geschildert, welcher an den Tagebuchschreiber gerichtet ist, der nach Amerika geflohen ist.


... Ich hoffe dir geht es in Amerika gut, denn hier geht etwas vor sich, das nur schwer zu beschreiben ist. Als ob der globale Krieg nicht schon genug wäre, sucht Hitler nun jetzt verstärkt nach Feinden im eigenen Land, um das Volk von den Schrecken des Krieges abzulenken und die Gemeinschaft weiter auf ihn zu prägen.
Hitler ist schlauer, als wir gedacht haben, er nutzt die Jahrhunderte alten Vorurteile gegenüber den Juden aus, sie seien Jesu Mörder und auch die Hetze und Verfolgung der Juden durch die Kirche trägt erheblich dazu bei die Juden in abseits zu stellen. Zwar bot die Kirche ihnen "Vergebung" durch Bekehrung an, doch da für Hitler und seine Helferlein spielt das keine Rolle. Für sie sind Juden eine Rasse und sein Blut kann man ihrer Meinung nach weiß Gott nicht ändern. Seit Hitlers Machtübernahme verschlimmern sich die Maßnahmen gegen Juden immer weiter.
Vor jedem jüdischen Geschäft stehen mindestens ein halbes Dutzend Leute mit Boykott - Schildern oder es wurden Davidssterne auf die Fassade oder auf die Fenster gekritzelt. Nicht nur Läden sind betroffen. Sowohl jüdische Anwälte, als auch Ärzte leiden unter dem von Hitlers eingesetzten Hetzereileiter Julius Streicher. Am 7.4.1933 wurden alle nicht arischen Beamten entlassen, sowie alle Juden aus der Reichskulturkammer und dem Pressewesen. Diejenigen, die schlimmes ahnen wandern aus, der Rest bleibt NOCH da.
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Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wird den Juden jetzt auch noch die Schuld für alles Schlimme in die Schuhe geschoben. Wie im Mittelalter den "Hexen". 1935 verlieren sie auch noch jegliche Rechte und die Staatsbürgerschaft mit dem 1. Reichsbürgergesetz und durch das 2. Gesetz zum Schutz des dt. Blutes und der dt. Ehre wurden ihnen nun auch verboten Deutsche zu heiraten.
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Ich kann es kaum fassen. Nachdem sich ein Student dafür gerecht hatte, dass seine Eltern sowie 17.000 weitere Juden ausgewiesen wurden, ergriff Hitler die Gelegenheit und statuiert mit der Reichspogromnacht oder auch Reichkristallnacht genannt 1938 ein Exempel. Die Folgen - verheerend. Einige Tote, die Zerstörung einiger hundert Synagogen in Deutschland, 7500 verwüstete jüdische Geschäfte sowie die Verschleppung von 30.000 Männern in Konzentrationslager. Um das Ganze noch auf die Spitze zu treiben, drohte Hitler 1939 mit einer kompletten Vernichtung der Juden. Und wenn ich meinen Informanten trauen kann spricht Hitler intern schon vom nächsten Krieg und zwar von einem "Volks - und Rassenkrieg".
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Des Weiteren werden nun alle Betriebe arisiert, was zusammen mit der Erfassung des Vermögens über 500 Reichsmark, zum Verlust jedweden Vermögen eines früher wohlhabenden Juden führte. Was nun folgt war jedoch bei weitem eines der Schlimmsten Dinge, die bisher passiert sind. Juden wurden in Ghettos zusammengepfercht, auf eine extreme "Dauerdiät" - von 150 Kalorien pro Tag (lächerlich wenig) - gesetzt und somit dem Hungertod in die Arme getrieben.
Nun zum schlimmsten. Übe 100.000 Nichtarier werden in Zügen nach Auschwitz gebracht.. Ein "Arbeitslager". Jedoch war Hitler das noch nicht effizient genug, also gab er gleichzeitig den Befehl Juden hinter der Front zu erschießen.
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Als ein baldiger Erfolg auf den Sieg im Krieg in immer weitere Ferne rückte, ließ die Bevölkerung ihrem Frust freien lauf. Sie radikalisierten sich. Welch eine Schande. 1941 dann die endgültige Lösung der NS - Regierung. Die Einrichtung von Tötungslagern, die wie ihr Name schon sagt nur zu einem gut waren. Schnell viele Menschen zu töten. Massenerschießungen begannen.
Eine Perfektionierung folgt kurz darauf mit Giftgas. Insassen wurde vorgemacht sie würden zu den Duschräumen gehen um sich zu säubern. Jedoch lenkten Rohre, nachdem sie ihre Kleidung zuvor in einem Vorraum abgelegt hatten, Giftgas in den Duschraum. Im nächsten Raum waren, wie du es vielleicht ahnen kannst, die Leichen zu regelrechten Bergen aufgetürmt und anschließend in Brennöfen verbrannt.

In ewiger Trauer über das hier Geschehende,
                                                                                    ein Freund