5. Der zweite Weltkrieg: Tagebuch

Sonntag der 24.; Ironie des Schicksals

Warum nur? Warum ich? Eingezogen. Allgemeine Wehrpflicht. Als Versorgungssoldat an der Front. Alles begann mit dem Überfall auf Polen am 1.9.1939. Zwei Tage später erklärten Frankreich und England uns dann auch schon den Krieg. Da war der Erfolg Anfang Oktober auch nur ein schwacher Trost dagegen, denn was noch schlimmer ist als ein Kampf, ist nicht zu wissen wann er stattfindet. Frankreich und England harrten aus, saßen nur still da. Wohl auch ein Grund warum er unter den Soldaten “Sitzkrieg” genannt wurde. Der Deutsche Oktopus, wie ich ihn gerne genannt habe griff weiter um sich. Schon bald zählten auch einige skandinavische Länder, wie Norwegen und Dänemark zum Deutschen Reich. Nur einen Monat später verleibte sich Hitler nun im Mai 1940 auch die BeNeLux- Länder ein. Wie sich später herausstellen sollte ein , selbst wenn ich es nur ungern zugeben will, brillanter Schachzug. Die Franzosen fürchteten nach der Kriegserklärung 39 einen Frontalangriff der Deutschen, was die Eroberung der BeNeLux- Länder nur noch verstärkte. Also schickten sie ihre Armee Richtung Westfront des Deutschen Reiches. Hitler hingegen ließ Panzerverbände unter Befehl von Hasso von Mannteufel über die Ardennen in Frankreich einmarschieren. Bis dato galten die Ardennen als mit Panzern unpassierbar und so trafen die Deutschen nur auf wenig Widerstand. Völlig überrascht von einem Angriff waren die Franzosen wehrlos und kapitulierten schließlich am 17.6.1940. Obwohl ich bei dem Ansturm auf Frankreich nicht dabei war, erfuhren wir alle was geschehen war. Hitlers Propagandaminister sorgte schon dafür, dass jeder über das Radio von den “ruhmreichen” Taten des Deutschen Reiches erfahren würde. Der Oktopus griff weiter um sich, doch diesmal wurde ihm ein Arm abgeschlagen. Nachdem sich die Fliegerstaffel nach Großbritannien aufgemacht hatte, erlitten sie eine herbe Niederlage über dem Ärmelkanal. Bis März 1941 setzten sich die Briten nicht nur zur Wehr, sie schlugen die Angriffe sogar zurück. Schließlich sah Hitler ein, dass der Kampf nun vorübergehend verloren war und eine Eroberung auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. Jedoch wusste er über den Dorn, der ihm Großbritannien war, nur zu gut Bescheid. Und das bestätigte sich auch. Bis zum Juni 1941 waren sie die Einzigen ernstzunehmenden Gegner. Während Deutschland weiter plante, griffen die Italiener das von den Briten gehaltene Ägypten an. Jedoch scheiterte auch dieser Angriff am 13.9.1940 auf das Britische Reich und artete sogar in einem Gegenangriff aus, der beinahe noch Schlimmeres zur Folge hatte, wenn Hitler Mussolini nicht zur Hilfe gekommen wäre. Am 8. Februar 1941 entsandte er Rommels Afrikakorps zur Unterstützung. 
Von Hitlers Erfolg beflügelt griff Mussolini Griechenland an. Sie erlitten am 28.10.1940 eine katastrophale Niederlage und zogen sich nach Albanien zurück. Griechenland zögerte nicht lang und folgte der Italienischen Armee, um ihr schließlich den Gar aus zu machen. Da Hitlers Vorstoß in die Sowjetunion dadurch gefährdet werden könnte, sandte er ehr widerwillig auch dieses mal den Italienern seine Truppen zur Unterstützung. Der geballten Macht der Armeen hatte der Balkan nichts entgegen zu setzen. Im Handumdrehen war Griechenland erobert, Albanien wurde zum Frieden gezwungen, Jugoslawien bombardiert und erobert. Unter Druck gesellten sich nun auch Ungarn, Rumänien und Bulgarien zu Hitlers Bündnissystem.
Unter der Operation Barbarossa, an der ich auch teilnahm, begann der Überfall auf die Sowjetunion am 22.6.1941 unter Bruch des Hitler-Stalin Paktes. Jeder von uns wusste, dass das der ultimative Krieg werden würde. “Demokraten” oder viel mehr Monarchisten gegen Kommunisten. Die kompletten Gegensätze auf einem Schlachtfeld. Jedoch ging Hitlers Blitzkrieg Taktik nicht auf. Während seine Armee weiter vorrückte, zogen sich die Russen zurück, gingen jedem Gefecht aus dem Weg. Sie ließen die klimatischen Bedingungen an den Deutschen Truppen zehren. Millionen fielen der Kälte und dem Schnee zum Opfer bevor sie Moskau erreichen konnten. Ich gehörte zu den Marodeuren, die schnell erkannten, dass die Situation ausweglos war und ich zog mich mit ein Paar Kameraden zurück.  
Dann wendete sich das Blatt erst Recht. Nachdem Japan durch die Niederlage Frankreichs ermutigt wurde dessen Kolonien Vietnam, Kambodscha und Laos zu besetzen, griffen die USA in den Krieg ein, da sie nicht bereit waren die weitere Ausdehnung Japans einfach so hinzunehmen. Ein verheerender Eintritt. Sie steigerten die Lieferungen an Großbritannien um ein Vielfaches und belieferten nun auch Russland. 13.000 Panzer waren nur der Anfang. Mir wurde das Glück zu Teil in die USA auszuwandern bevor die Wende kam. Als ehemaliger Aufrührer war ich herzlich willkommen. 
Das Deutsche Reich geriet ab 1943 immer weiter unter Druck. Die Alliierten rüsteten immer weiter auf , was Angriffe auf deren Geleitzüge immer verlustreicher machte und zur Folge hatte, dass die Schlacht am Atlantik verloren ging. Zur gleichen Zeit mussten die Deutsche Frankreich wieder freigeben, da es England zusammen mit den Alliierten gelungen war, das Heer dort zu schlagen und 275.000 Gefangene zu machen. Die Erfolge im Osten hielten nicht lange an. Die Ostfront brach nur wenig später unter einem riesigen Panzerkrieg völlig zusammen. Währenddessen drangen die Alliierten immer weiter gen Norden vor. Die Mauer die Hitler um Deutschland gebaut hatte, natürlich nur bildlich gemeint, fing an zu bröckeln. Anfang 1944 brach dann auch noch die Deutsche Luftwehr zusammen, was den Alliierten erlaubte Deutsche Städte mit Leichtigkeit zu bombardieren. Der Ring aus Stahl den Hitlers Feinde um Deutschland legte zog sich immer weiter zusammen, als die Sowjets Richtung Berlin vorrückten. Nachdem die Heeresgruppe zusammengebrochen war und zwar Mitte Juni/Juli 1944, waren die sowjetischen Truppen nicht mehr aufzuhalten. August 1944 befand sich die Rote Armee an der Weichsel. Um noch zu retten was zu retten war wechselte Rumänien die Seite. Kurz danach ging der Balkan verloren. Die Sowjets drangen im Oktober weiter in Deutschland ein. Erst Ostpreußen und im Januar 1945 erreichten sie dann die Oder. Am 16.4.1945 standen sie dann vor den Toren Berlins, der eiserne Ring schloss sich nun komplett. Nach dem Selbstmord Hitlers und Göbbels am 2.5. gab es keinen Grund mehr zu kämpfen und die verbliebenen Deutschen kapitulierten letzten Endes. Nach mehreren Teilkapitulationen unterzeichnete Generaloberst Jodl am 7.5.1945 die endgültige Gesamtkapitulation der Streitkräfte. 
Der Krieg war vorbei 55 Millionen Menschenleben zerstört, mehr als die Hälfte davon Zivilisten.
Über 6 Mio. Menschen - vor allem Juden und Sinti Roma - wurden Opfer von Hitlers Rassenkampf. Nun kamen Hitlers größte Gegner an die Macht. Die Sowjetunion wurde zur Weltmacht. Zusammen mit den USA bestimmten sie bis1990 das Weltgeschehen.