3. Die Weimarer Demokratie behauptet sich 1919 - 1923 : aber wie?

 General Groener (OHL) über sein Bündnis mit Ebert vom 10.11.1918,
 [...] Am Abend [des 10. November] rief ich die Reichskanzlei an und teilte Ebert mit, daß das Heer sich seiner Regierung zur Verfügung stelle, daß dafür der Feldmarschall und das Offizierskorps von der Regierung Unterstützung erwarteten bei der Aufrechterhaltung der Ordnung und Disziplin im Heer. Das Offizierskorps verlange von der Regierung die Bekämpfung des Bolschewismus und sei dafür zum Einsatz bereit. Ebert ging auf meinen Bündnisvorschlag ein. Von da ab besprachen wir uns täglich abends auf einer geheimen Leitung zwischen der Reichskanzlei und der Heeresleitung über die notwendigen Maßnahmen. Das Bündnis hat sich bewährt. [...] Wir [die Offiziere der O.H.L.] hofften, durch unsere Tätigkeit einen Teil der Macht im neuen Staat an Heer und Offizierskorps zu bringen, gelang das, so war der Revolution zum Trotz das beste und stärkste Element des alten Preußentums in das neue Deutschland hinübergerettet. Zunächst galt es freilich Zugeständnisse zu machen, denn die Entwicklung im Heer und in der Heimat war solche Wege gegangen, daß es sich vorerst nicht um rücksichtsloses Befehlen von seiten der O.H.L. handeln konnte, sondern um Auffangen und Unschädlichmachen der revolutionären Strömungen.

 Groener, W., Lebenserinnerungen, zit. n. Ritter, G. A., Miller, S. (Hg.),
    Die deutsche Revolution 1918-1919 – Dokumente, S. 98 f.

1.
Mit welchen Mitteln kann sich die demokratische Regierung (SPD, Zentrum, DDP) zunächst behaupten ?

Sie wollten sich mit den Rechten (DNVP, alte monarchistische Offiziere, Teile der alten Reichswehr) und den Linken (USPD = Spartakusbund, KPD, Gewerkschaften) „zusammenschließen“. Mit den Rechten schließen sie sich zusammen, um Aufstände der Linken niederschlagen zu können (Einsatz der Reichswehr). Aber sie brauchten die Linken um die rechtsradikalen Putschversuche(z.B. 1923 Kapputsch) zu verhindern (Einsatz der Gewerkschaften => Generalstreik). 

2.Inwiefern macht Friedrich Ebert einen Fehler, indem er mit der alten Reichswehr kooperiert/zusammenarbeitet (Ebert-Groener-Pakt)? 

  Die Reichswehr erhielt dadurch eine größere Macht und konnte somit auch mitentscheiden. Auf der anderen Seite war die Reichswehr nun mal gegen die neue demokratische Welle. Außerdem musste Ebert einen Teil der Macht an das Reichsheer und die Reichskorps abgeben. Es entsteht eine Art Staat im Staat. Die Reichswehr und ihre Unterstützer warten auf eine bessere Gelegenheit zur Beseitigung der Demokratie.
Zeitweilig schürt man Krisen und macht Propaganda gegen die Demokratie. Eine der bösartigsten Propagandalügen war die sogenannte „Dolchstoßlegende“.

3. Wie würde Ebert die Politik der Regierung rechtfertigen? 

  Er verweist auf die Notwendigkeit die Rechten Putsche und die Linken Aufstände

Niederzuschlagen. Er behauptete, dass auf die Schnelle nicht genügend demokratische Truppen aufzustellen gewesen wären.

 

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